Letztes Update: 12. August 2017

Grundlehrgang I und Methodikkurs

vom 26.07. bis 02.08.2014

Von „Handtuchwasserbällen“ bis zu Whiskey im Glas...

„Ich geh auf jeden Fall wieder nach Ottweiler“ hörten bereits im letzten Jahr so manche Eltern ihre Sprößlinge rufen... und sie kamen wieder. Mit 23 Lehrgangsteilnehmern von 8 bis über 60 Jahren gab es für die einen ein großes Wiedersehen, für die Neuankömmlinge ein Kennenlernen, aber für alle ein herzliches Willkommen in der Landesakademie für musisch-kulturelle Bildung in Ottweiler. Thomas Kronenberger, der Lehrgangleiter, begrüßte jung und alt in der Ellipse, erklärte gleich, was jeder in der Woche so zu tun hat und vor allem was erlaubt ist. Ganz schön viel für den Anfang, denn der eigene Plan wird zusammengestellt: jeder darf Einzelunterricht genießen, an Musiktheorie ganz nach Können teilnehmen, beim Rhythmus in Gruppen alles geben und im Ensemble- und Orchesterspiel gemeinsam musizieren. Auch die zahlreichen Essenszeiten dürfen nicht übersehen werden, ausgesprochen wichtig für alle...

In diesem Jahr gab es folgendes Dozententeam: für Gitarre Birgit Bernardi und Gianna de Fazio, Peter Knerner, für Mandoline, Musiktheorie und Rhythmus: Isabell Himbert, für Musiktheorie und Methodik: Ivette Kiefer. Zwei Highlights wurden angeboten: Dirigat von Thomas Kronenberger und Kontrabass von Gianna de Fazio. Der Kontrabass fand großen Zuspruch. Nach einer Woche vielen übens konnten die Schüler sogar im Abschlusskonzert mitspielen. Die Orchesterleitung hatte Thomas Kronenberger.

Im Kurs gibt es um 8.30 Uhr das allgemeine „Aufwachen“: ein tägliches Treffen für alle, um 1. zu prüfen, ob noch alle da sind und es ihnen gut geht, 2. Themen und evtl. Änderungen für den Tag zu besprechen und 3. mit fröhlichen Spielen den Tag zu beginnen. Beglückt sind alle immer wieder mit Ball- und Nachlaufspielen wie Zuzwinkern. Noch doller kommt das „Handtuch-Wasserball-Weitwurf-und-wieder-fangen-Spiel“. Sehr begehrt bei bestem Wetter und in der Woche oft genutzt. Dass dabei auch mal Füße oder Kleider nass werden ist pure Absicht, der Spaß ist unerreicht.

Nach dem musikalischen Tagessoll sind alle Teilnehmer angehalten, beim gemeinsamen Vorspiel mindestens einmal ihr Bestes zu geben. Jeder darf im Solo oder Ensemble zeigen, was er in der Woche erarbeitet hat. Auch ist es interessant, beide Seiten erleben zu können: selbst Akteur zu sein oder Publikum. Hier begeisterte Daniel Roth an einem Abend alle mit dem „kursfremden“ Instrument Akkordeon.

Bei gutem Wetter klingen die Abende gemeinsam hinter der Landesakademie auf dem Rasen bei Freizeitspielen (Federball, Tischtennis, Basketball oder Fußball) aus, das beliebte „Tabu-XXL“ wird rauf und runter gespielt oder andere Kartenspiele werden geblättert, selbst angesetzte Bowle wird genossen, Rudolf schwenkt oder Kekse und Chips werden verteilt... Hier wird einfach zusammen der Tag verabschiedet. Bei schlechtem Wetter spielt sich das abentliche Treiben im Bistro ab.

Parallel zum Grundlehrgang I lief in dieser Woche der Methodikkurs für angehende Gitarrenlehrer ab. Aber auch langjährige Lehrer eines Instrumentes können hier ihr Wissen erweitern. Sieben Probanden wurden angeleitet, professionellen Unterricht in ihrem Fach zu geben. Dazu zählte Methodik, Didaktik, strukturiertes Vorgehen im Unterricht, Musiktheorie, Gehörbildung, Kammermusik im Unterricht und Ensembleleitung. Mit Thomas Kronenberger (Managementcoach) und Ivette Kiefer, beide Lehrbeauftragte der Hochschule für Musik Saarbrücken, war wie in den letzten Jahren ein professionelles Team vor Ort.

Alle arbeiten entspannt aber doch zielsicher auf den Samstag, den letzten Tag in der Kurswoche hin. Jeder möchte eine gute Theorieprüfung abgeben, das Abschlusskonzert soll gelingen. Das tat es auch. Vier verschiedene Ensembles, in denen alle Teilnehmer ihr erarbeitetes Können zeigen konnten, spielten auf. Auch gab es ein Klaviervorspiel, das der Solist mit viel Gefühl darbot. Mit den Stücken „Weißt Du noch?“, „ Nada“ und „Whiskey in the jar“ klang die Woche musikalisch aus. Als Dirigatschüler konnte Dominic Herrmann hier sein Debut als Orchesterdirigent geben. Das Publikum, bestehend aus Familie und Freunden, war begeistert. Auch in diesem Jahr war der BZVS-Musikleiter Prof. Stefan Jenzer dabei, dessen wohlwollender Blick ausgesprochenes Gefallen an den musikalischen Darbietungen ausdrückte. Thomas Kronenberger war glücklich über das gelungene Konzert.

Abschied: ja , leider, aber danach kam sofort wieder der Satz: „Ich komm auf jeden Fall wieder nach Ottweiler!“

Birgit Bernardi

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Landesorchester