Letztes Update: 12. August 2017

Ottweiler Gitarren- und Mandolinen-Seminar

Am Freitag, 19. Juli trafen sich Teilnehmer aus 4 Nationen (Deutschland, Japan, Venezuela und der Schweiz) zum Ottweiler Gitarren- und Mandolinenseminar 2013. Bei der Begrüssungs-runde stellten sich die Dozenten und Teilnehmer kurz vor. Schon direkt danach fand man sich zur ersten Techniklektion, Orchesterprobe für Dirigat Schüler und dem Lehrgangsorchester unter der Leitung von Katsia Prakopchyk zusammen, um sich gemeinsam musikalisch kennenzulernen. Nach der Orchesterprobe liessen wir den ersten Abend bei lauen Temperaturen, im Freien vor dem Bistro ausklingen. Unsere Dozenten hatten noch keinen Feierabend. Sie stellten die Stundenpläne für die kommenden Tage zusammen.

Am Samstagmorgen ging es direkt nach dem Frühstück in den Technikunterricht. Gut bekanntes und erlerntes wurde in der Mandolinentechnik unter Anleitung von Katsia Prakopchyk nun geübt und vertieft, wo nötig sanft korrigiert. Für die Geläufigkeitsübungen wurde das System von A. Dobigny verwendet, für mich eine wahre Entdeckung, dazwischen spielten wir zur Auflockerung kleine Duette (wie könnte es anders sein, ebenfalls mit Technik gespickt).

Über den Tag hinweg fanden die Einzelunterrichtsstunden bei den einzelnen Dozenten statt. Hatte man gerade keinen Unterricht, konnte wenn man wollte, von diversen Angeboten profitieren, sich einfach aufs Zimmer zurückziehen um zu üben, oder in der mitgebrachten Notenausstellung des Trekel Verlages stöbern. Noten und Zubehör konnte man natürlich auch kaufen und mit nach Hause nehmen.

Gehörbildung Gruppe A und B fand am Morgen, das Fach Dirigieren Gruppe A und B jeweils am Nachmittag, bei Prof. Jörg Nonnweiler, statt. Die Kammermusikgruppen übten gemäss Einteilung, mit den Dozenten Steffen Trekel, Han Jonkers oder Stefan Jenzer.

Jeden Tag von 17.15 – 18.15 Uhr fand die Orchesterprobe mit den Dirigier Schülern statt, die von Prof. Nonnweiler immer begleitet und auch angeleitet wurde. Vom Freitag- bis Sonntagabend Probten wir mit Andreas Lorson, einem Studenten an der Hochschule für Musik Saar, sein Komponiertes Stück „Fantasia“ in drei Sätzen für Zupforchester und Klavier. Vom Montag- bis Mittwochabend mussten oder durften dann die Dirigier Schüler ans Pult, Dirigat A-Gruppe mit dem Stück „Orchestertrio op.1, Nr. 5, B-Dur von Johann Stamitz, 2. Menuetto, Dirigat B-Gruppe aus dem „Divertimento“ von Ivan Shekov, 2. Menuetto capriccioso.

Nach dem Nachtessen ab 19.30 Uhr, war jeweils nochmals Konzentration angesagt, für die Probe mit dem Lehrgangsorchester. Wir erarbeiteten die Stücke aus „Sinfonia G-Dur“ von Giovanni B. Sammartini, 1. Satz Allegro non tanto, aus der Heimat Weissrussland unserer Dirigentin die beiden Stücke „Wiegenlied“ von W. Zhyvalienski und Polka in der Bearb. Von J. Valasiuk und den fetzigen Dixieland „Aus Omas jungen Tagen“ von Alexander König-Ossadtschi. Alle vier Stücke kamen sehr gut bei den Teilnehmern an und wussten zu gefallen. Bereits ab Sonntagabend spielten die ersten Musikanten/Innen vor der Probe ihre erarbeiteten Stücke vor. Begonnen wurde jeweils erst wenn alle Teilnehmer und auch alle Dozenten anwesend waren. Nach der Orchesterprobe, liessen die Teilnehmer gemeinsam mit den Dozenten, die Abende in gemütlichem Beisammensein im Freien ausklingen. Dabei konnte ich jeweils auch ganz tolle und Informative Gespräche führen.

Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr „Gitarre für Mandolinisten“ angeboten, eine tolle Idee. Unter der Anleitung von Stefan Jenzer haben sich drei Mandolinisten an die Gitarre getraut. Die fünf Hauptakkorde, verschiedene Anschlagstechniken für Liedbegleitung, aber auch schon einfache Akkordzerlegungen wurden geübt. Mit Songs wie Lady Black oder über den Wolken, tönte es dann schon ganz beachtlich.

Am Montag war der Gitarrenbauer Tino Battiston anwesend. Er brachte zwei seiner Gitarren mit, die auch ausprobiert werden durften. Geduldig wurden auch Fragen zum Instrumentenbau, von ihm beantwortet.

Am Dienstagabend fand anschliessend ans Dirigatorchester eine verkürzte Probe des Lehrgangorchesters statt. Um 19.30 Uhr begann dann der zur Tradition gewordene Grillabend. Mit gegrilltem Fleisch, diversen Salaten genossen wir das Essen im Freien. Irgendwann zog ein Sturm auf, der die brütende Hitze etwas milderte. Dafür kämpften wir mit rumfliegenden Tannennadeln und Laub in unserem Kartoffelsalat, was der recht ausgelassenen Stimmung nichts anhaben konnte. Samt Donnergrollen in der Ferne hatten wir riesiges Wetterglück, auch an diesem Abend blieb es trocken und einmal mehr wurde es sehr spät, bis wir ins Bett kamen.

Am Mittwochabend wurde infolge der Hitze und der stickigen Luft in der Ellipse, die Probe mit dem Lehrgangsorchester kurzerhand ins Freie verlegt, da hätten wir gut und gerne die Probe noch etwas länger ausgehalten. Warum sind wir nicht schon früher auf diese Idee gekommen?

Dass Musik Völker verbindet bewies dieses Seminar. Mit Englischbrocken, mit Händen und Füssen, und natürlich Deutsch, verständigten sich die Teilnehmer, und es gab dabei immer wieder viel zu Lachen. Für die Japanischen Teilnehmer eilte jeweils Ayako Kojima, die in Hamburg studiert hatte, von Seminar Raum zu Seminar Raum um zu übersetzen. Auch an den Orchesterproben hat sie Anweisungen und Bemerkungen Simultan übersetzt, grossartig!

Dann war auch schon der letzte Tag des Seminars angebrochen. Nach einer letzten Techniklektion, einem letzten Durchlauf im Orchester, fand um 14.30 Uhr das Abschlusskonzert des Seminars statt. Das zusammengestellte Programm war vielseitig und wurde von acht Japanischen Teilnehmern mit „Napoli“ von Eduardo Mezzacapo eröffnet und endete mit dem Vortrag des Lehrgangorchesters. Wie Stefan Jenzer bei der Begrüssung des Publikums bemerkte, war dies eines der wärmsten Seminare, das je stattfand. Trotz der Hitze, ging bei allen Teilnehmern und den Dozenten die gute Laune nie verloren. Allen Dozenten ein herzliches Dankeschön für die geleistete Arbeit: Stefan Jenzer (Lehrgangsleitung, Gitarre, Gitarre für Mandolinisten), Han Jonkers (Gitarre, Kammermusik), Steffen Trekel (Mandoline, Kammermusik), Katsia Prakopchyk (Mandoline, Barockmandoline, Leitung Lehrgangs-orchester), Prof. Jörg Nonnweiler (Musiktheorie, Dirigieren).

Mit einem Rucksack voller Eindrücke, vielen guten Tipps, und dem Gefühl ein befriedigendes und tolles Seminar absolviert zu haben, machte ich mich auf die fünfstündige Heimreise. Ich freue mich auf ein Wiedersehen in Ottweiler und dem wunderschönen Saarland.

Edith Fügli, Zürich

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