Letztes Update: 17. October 2017

Methodik im Grundlehrgang I

Bericht
Im Sommer erfüllte sich für BZVS-Präsident Thomas Kronenberger ein lang gehegter Wunsch: erstmals konnten wir parallel zum Grundkurs I einen Methodikkurs anbieten.

An den Vormittagen haben wir uns mit dem Thema Unterricht theoretisch auseinandergesetzt. Hier wurden die Teilnehmer einerseits mit einer Fülle von Informationen versorgt, waren andererseits aber ständig aufgefordert, in Brainstormings und durch Reflexion eigene Gedanken einzubringen. Themen waren z.B. Erwartungshaltungen von Schüler, Lehrer und Eltern, Merkmale guten Unterrichts, Lernfelder und ihre Vernetzung untereinander, Kommunikation im Unterricht, Physiologische Grundlagen, Prinzipien der Unterrichtsplanung und ?gestaltung, Methodenvielfalt, Einstudieren neuer Werke, Übestrategien, Lob und Kritik? Dabei übernahm Thomas Kronenberger die gitarrenspezifischen Inhalte wie z.B. die optimale Haltung der Gitarre und lieferte aus seinem Berufsleben heraus kompetente und anschauliche Beispiele zu den Themen Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung.

An den Nachmittagen wurde dann im Plenum unterrichtet: die Teilnehmer arbeiteten mit Anfängern und Fortgeschrittenen, die uns aus dem parallel laufenden Kurs zur Verfügung standen und stellten sich danach dem Feedback des Plenums. Hier wurde sehr schnell für alle Teilnehmer deutlich, wie wichtig eine gute Unterrichtsvorbereitung ist (und auch wie auffällig es ist, wenn sie fehlt?). Unser Wunsch, in den Feedbackgesprächen ehrlich zu sein und sagen zu dürfen, was für die Zuhörer offensichtlich ist, wurde nicht nur von allen Teilnehmern respektiert, sondern auch umgesetzt. So entstanden jede Menge anregende Diskussionen und Gespräche, die sich für die Teilnehmer oft bis in die Abende fortsetzten. Damit waren unsere Ziele erreicht: wach werden für methodisches Denken, neue Wege ausprobieren statt Unterrichten ?im Alltagstrott?, die Fähigkeit erlernen, während des Unterrichts Distanz einzunehmen und selbst von außen zuzuschauen. Dabei wurde auch die Beantwortung der Frage ?wo steht dieser Schüler und wie kann ich ihn genau dort abholen?? für die Teilnehmer zunehmend leichter.

Der letzte Kurstag war ausschließlich der eigenen Reflexion gewidmet: hier wurde deutlich, wie wichtig es ist, seine Stärken und Schwächen zu kennen, um die daraus entstehenden Chancen nutzen zu können, andererseits aber auch die eigenen Grenzen wahrzunehmen. Zum Abschluss des Kurses waren die Teilnehmer gebeten, ein abschließendes Feedback zu geben, das überaus positiv ausfiel. Die Teilnehmer schätzen vor allem die kleine Runde, die intensives Arbeiten ermöglichte und die Vielfalt der Themen. Alles in allem haben wir zusammen eine schöne, für alle aber auch anstrengende Woche voller Anregungen miteinander verbracht und ich danke Thomas Kronenberger und unseren Teilnehmern für die konstruktive und harmonische Zusammenarbeit ? man darf dem Kurs eine Fortsetzung wünschen!

Ivette Kiefer, Lehrbeauftragte für Klavier und Klavierdidaktik an der HfM Saarbrücken und Dozentin für Methodik im Grundlehrgang I


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